Earned Media – die verdiente Aufmerksamkeit
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Earned Media klingt im ersten Moment abstrakt, ist aber allgegenwärtig und in jedem Fall gewünscht: Empfehlungen, geteilte Posts, Presseberichte, Bewertungen. All das sind sichtbare Zeichen dafür, dass andere über deine Marke sprechen. Gerade in einer Welt, in der Paid Media immer teurer und Nutzerinnen und Nutzer werbemüde werden, gewinnt Earned Media an Bedeutung. Um dieses Potenzial zu nutzen, ist es wichtig zu verstehen, was genau darunter fällt, wie es sich von anderen Media-Arten unterscheidet, welche Ziele im Vordergrund stehen und wo Earned Media in deiner Marketingpraxis ansetzt.
Was ist Earned Media?
Erwähnungen, Reichweiten und Inhalte über dein Unternehmen, die du dir „verdienst“, ohne direkt dafür zu bezahlen oder sie selbst zu veröffentlichen zählen zu Earned Media. Darunter fallen zum Beispiel redaktionelle Berichterstattung in Medien, geteilte Social-Media-Posts, Kommentare, Bewertungen, Forenbeiträge, Empfehlungen, Rezensionen oder Nutzerinnen- und Nutzer-Content zu deiner Marke.
Im Gegensatz zu Owned Media (deine eigenen Kanäle) und Paid Media (bezahlte Werbung) entsteht Earned Media vor allem dadurch, dass Menschen deine Inhalte wertvoll finden, eine gute Erfahrung mit deiner Marke gemacht haben oder sich aus eigenem Antrieb mit dir beschäftigen. Du kannst diesen Prozess zwar durch gute Inhalte, Servicequalität und kluge Kampagnen anstoßen, aber du kontrollierst Earned Media nicht vollständig. Genau das macht sie einerseits herausfordernd, andererseits enorm glaubwürdig.
Abgrenzung zu Paid und Earned Media
Paid Media bezeichnet alle gekauften Werbeflächen: Anzeigen in Suchmaschinen, Social Ads, Display- oder Videoformate, Sponsored Posts und vieles mehr. Du steuerst Zielgruppen, Budgets und Ausspielungen und erhältst im Gegenzug bezahlte Sichtbarkeit.
Owned Media sind deine eigenen Kanäle, die du direkt verantwortest, etwa deine Website, dein Blog, dein Newsletter, Kundenportale oder Apps. Hier entscheidest du, welche Inhalte erscheinen, wie sie präsentiert werden und wie häufig du kommunizierst.
Earned Media unterscheidet sich von beiden Kategorien dadurch, dass die Initiative von anderen ausgeht. Journalistinnen, Influencer, Kundinnen und Kunden oder Communities sprechen über dich, teilen deine Inhalte oder diskutieren deine Produkte. Du bezahlst nicht für diese Platzierung und du publizierst sie nicht selbst. Du kannst versuchen, sie zu beeinflussen – beispielsweise mit PR-Arbeit, gutem Service oder aktivem Community-Management – aber du kannst sie nicht einfach „anschalten“.
In der Praxis greifen alle drei Media-Arten ineinander: Paid und Owned schaffen häufig die Grundlage, auf der Earned Media entsteht. Eine starke Kampagne oder ein überzeugender Content-Hub auf deiner Website, unterstützt durch Paid Media, erhöht die Chance, dass Medien berichten, Menschen Inhalte teilen oder Bewertungen schreiben. Earned Media verstärkt dann wiederum die Wirkung von Paid und Owned, weil sie zusätzliche Glaubwürdigkeit und soziale Bestätigung („Social Proof“) liefert.
Die Hauptziele von Earned Media
Bestätigung
Earned Media schafft Glaubwürdigkeit. Wenn andere positiv über deine Marke sprechen, wirkt das deutlich vertrauenswürdiger als jede Eigenwerbung. Empfehlungen, Rezensionen, unabhängige Tests oder redaktionelle Berichte fungieren als externe Bestätigung dafür, dass du hältst, was du versprichst.
Effizienz
Ein zweiter Positiv-Aspekt ist organische Reichweite. Geteilte Beiträge, Kommentare, Diskussionen, Erwähnungen in Artikeln oder Podcasts sorgen dafür, dass du Zielgruppen erreichst, die du mit eigenen Kanälen oder klassischen Kampagnen vielleicht gar nicht im Blick hattest. Diese Reichweite kostet dich im Gegensatz zu Paid Media kein zusätzliches Mediabudget, auch wenn natürlich vorgelagerte Maßnahmen (guter Content, starke Produkte, PR) Ressourcen benötigen.
Haltbarkeit
Earned Media zahlt zudem stark auf Markenbekanntheit und Markenimage ein. Je häufiger deine Marke im positiven Kontext auftaucht, desto stärker prägst du, wofür sie steht. Gleichzeitig wirkt Earned Media oft langfristig: Ein guter Fachartikel, eine starke Case Study in einem Branchenmagazin oder viele positive Bewertungen entfalten über einen längeren Zeitraum Wirkung, weil sie immer wieder gefunden und zitiert werden.
Synergieeffekte
Earned Media unterstützt auch indirekt deine Performance-Ziele. Wenn Interessenten vor dem Kauf Bewertungen lesen, Erfahrungsberichte durchforsten oder nach neutralen Infos Ausschau halten, sollten sie idealerweise auf Inhalte aus Earned Media zu deiner Marke treffen. Solche Beiträge können Unsicherheiten beseitigen, Vertrauen schaffen und am Ende die Chance auf eine Verkaufserfolg deutlich steigern.
Typische Anwendungszwecke von Earned Media
Klassische PR
Ein traditionelles Feld ist Public Relations. Ziel ist es, mit relevanten Geschichten, Daten oder Einschätzungen in redaktionellen Umfeldern stattzufinden – etwa in Fachmedien, Branchenportalen, Podcasts oder regionalen Medien. Jede Berichterstattung über dein Unternehmen, die nicht als bezahlte Anzeige gebucht ist, zählt zu Earned Media und stärkt deine Sichtbarkeit und Reputation.
Social Media
Im Bereich der sozialen Netzwerke begegnet man Earned Media immer genau dort, wo andere deinen Inhalt weiterverbreiten, dich in ihren Posts erwähnen, passende Hashtags verwenden oder von ihren Erlebnissen mit deiner Marke erzählen. Ebenso zählt selbst erstellter Content von Nutzern dazu – seien es Fotos, Videos, Erfahrungsberichte oder Mitmach-Aktionen – vorausgesetzt, diese entstehen aus eigenem Antrieb oder durch freiwillige Beteiligung.
Produkterfahrungen
Ein weiterer wichtiger Anwendungsfall sind Bewertungen und Rezensionen. Ob auf Plattformen wie Google, in App-Stores, in Branchenportalen oder in Shop-Bewertungssystemen: Bewertungen haben einen großen Einfluss auf Kaufentscheidungen. Viele Sterne, ausführliche positive Kommentare und gut moderiertes Feedback sind wertvolle Earned-Media-Signale.
Fachreferenzen
Im B2B-Umfeld zählen auch unabhängige Studienerwähnungen, Rankings, Awards, Fachbeiträge von Dritten und Erwähnungen in Branchenanalysen zu Earned Media. Sie positionieren dein Unternehmen als relevanten Player im Markt und können im Vertrieb und Marketing gezielt genutzt werden, um Kompetenz zu unterstreichen.
Mitarbeitergewinnung
Letztlich nimmt Earned Media auch im Bereich Recruiting eine bedeutende Funktion ein. Authentische Erfahrungsberichte von Angestellten auf Bewertungsplattformen, Beiträge auf LinkedIn oder persönliche Empfehlungen innerhalb des Netzwerks prägen maßgeblich das Bild, das potenzielle Bewerber von deinem Unternehmen als Arbeitgeber gewinnen. Diese Art von Earned Media hat einen direkten Einfluss darauf, wie erfolgreich du qualifizierte Fachkräfte für dein Team begeistern kannst.
Fazit zu Owned Media
Letztlich nimmt Earned Media auch im Bereich des Employer Brandings eine bedeutende Funktion ein. Authentische Erfahrungsberichte von Angestellten auf Bewertungsplattformen, Beiträge auf LinkedIn oder persönliche Empfehlungen innerhalb des Netzwerks prägen maßgeblich das Bild, das potenzielle Bewerber von deinem Unternehmen als Arbeitgeber gewinnen. Diese Art von Earned Media hat einen direkten Einfluss darauf, wie erfolgreich du qualifizierte Fachkräfte für dein Team begeistern kannst.
FAQ
- Was ist Earned Media?
Earned Media bezeichnet unbezahlte Sichtbarkeit und Berichterstattung über deine Marke, zum Beispiel Empfehlungen, geteilte Beiträge, Presseartikel, Bewertungen oder Nutzerinnen- und Nutzer-Content, die nicht von dir selbst veröffentlicht oder direkt bezahlt werden. - Wie unterscheidet sich Earned Media von Paid und Owned Media?
Paid Media sind bezahlte Werbeflächen, Owned Media sind deine eigenen Kanäle wie Website oder Newsletter. Earned Media entsteht dagegen durch Aktivitäten Dritter, die freiwillig über dich sprechen oder Inhalte teilen, und lässt sich nur begrenzt steuern. - Warum ist Earned Media wichtig im Marketing?
Earned Media ist wichtig, weil sie hohe Glaubwürdigkeit und Social Proof liefert, organische Reichweite erzeugt und Kaufentscheidungen positiv beeinflussen kann, ohne dass du für jede einzelne Platzierung Werbebudget einsetzen musst. - Welche Beispiele gibt es für Earned Media?
Typische Beispiele sind redaktionelle Presseberichte, Social-Media-Erwähnungen, geteilte Posts, Bewertungen auf Plattformen, Empfehlungen in Foren, Testberichte, Rankings, Awards oder unabhängige Blog- und Podcast-Beiträge über deine Marke. - Wie kann man Earned Media fördern?
Earned Media förderst du durch starke Produkte und Services, relevante Inhalte, aktives Community- und PR-Management, professionellen Umgang mit Feedback sowie Kampagnen, die zum Teilen, Bewerten und Weiterempfehlen anregen.